R. Destillat nach dem Film Rosetta von Jean-Pierre und Luc Dardenne FREISCHWIMMER BERLIN, HAMBURG, DÜSSELDORF, ZÜRICH, WIEN

Rosetta ist eine junge Frau, fast noch ein Mädchen. Zusammen mit ihrer alkoholkranken Mutter lebt sie in einem
Wohnwagen vor der Stadt. Ihr Ziel: nicht werden wie die Mutter, nicht aufgeben, nicht untergehen. Ihre Strategie: arbeiten, egal was. Daneben hat nichts Platz. Nicht der schmerzende Rest Gefuehl für die Mutter, der nur aufhält, weich macht und ohnehin nichts bringt. Nicht der Mann, der ihr Freund sein will, sie zum Essen und zum Tanzen einlädt und sie damit um ein Haar ihr Ziel aus den Augen verlieren lässt. Und schon gar nicht die Anteilnahme ihres Chefs, der ihr, weil er Denken für wichtiger hält als Hetzen, einen Kollegen zur Seite stellt und gar nicht ahnt, was er ihr damit antut. Verzweifelt und verbissen versucht Rosetta, sich aus dem Morast ihrer Herkunft zu befreien, ignoriert das wiederkehrende Aufbegehren ihres Körpers und wehrt alles ab, was das Stakkato ihres selbst auferlegten Rhythmus unterbrechen könnte. Und auch als all ihre Bemuehungen schließlich scheitern, kann Rosetta nicht begreifen, dass ihre eigene Besessenheit der Grund dafür ist.

Text Gerhild Steinbuch
Regie Julie Pfleiderer & Philipp Becker
Ausstattung Jochen Schmitt

Rosetta Eva Bay
Mutter Angelika Krautzberger
Vater Marc Bernhard
Freund Lukas Turtur

U: 06.03.2008 im Rahmen des Freischwimmer Festivals in den Berliner Sophiensälen in Koproduktion mit dem Forum Freies Theater Düsseldorf, Kampnagel Hamburg, dem Theaterhaus Gessnerallee in Zürich und brut Wien

 

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